Schriftliche
Unterrichtsplanung zum 3. Unterrichtsbesuch des Fachrichtungsseminars
Sondererziehung und Rehabilitation der Körperbehinderten
Ausbildungsschule :
Ausbildungslehrerin :
Päd. Unterrichtshilfe :
AKOs :
Fachleiter :
Datum :
Zeit :
Klasse/ Lerngruppe :
Klasse 6b
Schülerzahl
der Lerngruppe :
5 Schülerinnen, 2 Schüler
LAA :
Thema des Vorhabens
"Wir decken den Tisch für unsere
Klassenmahlzeiten"
Förderschwerpunkt des
Vorhabens
Anbahnung und Aktivierung vorausschauender Denkprozesse (Planungsfähigkeit)
Thema der Handlungseinheit
"Wir stellen individuelle
Platzdeckchen für unsere Klassenmahlzeiten her"
Förderziel der
Handlungseinheit
Die Schülerinnen und Schüler
sollen im Bereich des vorausschauenden
Denkens gefördert werden, indem sie im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten
möglichst selbständig einen Handlungsplan mit Hilfe von vorgegebenen bildlich-
schriftlichen Darstellungen erstellen und mit dessen Hilfe Platzdeckchen für
die Klassenmahlzeiten herstellen.
Aufbau des Vorhabens:
"Wir decken den Tisch für unsere Klassenmahlzeiten"
|
Thema der Handlungseinheit
(en) |
Förderziel der Handlungseinheit |
|
1.
"Was steht alles auf einem gedeckten Tisch ? - Wir sehen uns
Bilder und Fotos von verschiedenen gedeckten Tischen an" |
Die
Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich des Bild-
und Symbollesens gefördert werden, indem sie Abbildungen von unterschiedlich
gedeckten Tischen vergleichen und Unterschiede benennen. |
|
2.
"Was benötigt jeder von uns, wenn er frühstückt ? - Wir erstellen
eine Collage von unserem eigenen Frühstücksgedeck" |
Die
Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich des vorausschauenden Denkens
gefördert werden, indem sie im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten das
Decken ihres eigenen Frühstückgedecks planen, durchführen und anschließend in
Form einer Collage (Transferfähigkeit von der enaktiven auf die ikonische
Ebene) festhalten. |
|
3.
"Was muss beim Tischdecken alles gemacht werden ? - Wir
besprechen einzelne Handlungsschritte des Tischdeckens für eine Klassenmahlzeit
und führen sie gemeinsam aus" |
Die
Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich des vorausschauenden Denkens
gefördert werden, indem sie im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten
einzelne Teilhandlungen des Tischdecken gedanklich vorwegnehmen und anschließend
gemeinsam ausführen. |
|
4.
"Was bedeuten die einzelnen Symbole ? - Wir besprechen und erarbeiten
einzelne Symbole zum Thema "Tischdecken" und führen die damit
verbundenen Handlungsschritte gemeinsam aus" |
Die
Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich des Bild-
und Symbollesens gefördert werden, indem sie Bilder und Symbole zum Thema
"Tisch decken" lesen, besprechen und die damit verbundenen
Handlungsschritte gemeinsam ausführen. |
|
5.
"Wie kann das Tischdecken besser organisiert werden ? - Wir
planen das Tischdecken mit Hilfe von Symbolkarten (arbeitsteiliges
Arbeiten)" |
Die
Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich des vorausschauenden Denkens
gefördert werden, indem sie im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten Teilhandlungen des Tischdeckens nennen, sich
jeweils eine Teilhandlung in Form von bildlich- schriftlichen Darstellungen
auswählen und diese anschließend möglichst selbständig für die gesamte Klasse
ausführen. |
|
6.
"Wer macht was ? - Wir besprechen einzelne Symbolkarten des
Arbeitsplans, ordnen ihnen eine Schülerin/ einen Schüler zu und fixieren das
Ergebnis auf einem Wochenarbeitsplan für das ´Tischdecken´" (Lesen eines
tabellarischen Arbeitsplans) |
Die
Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich des Bild-
und Symbollesens gefördert werden, indem sie Symbole zu einzelnen
Teilhandlungen des "Tischdeckens" lesen, sich jeweils eine Teilhandlung
in Form von bildlichen Darstellungen auswählen und diese auf einem
Wochenarbeitsplan (tabellarischer Arbeitsplan) fixieren. |
Weiterführung des Vorhabens "Wir decken den Tisch für
unsere Klassenmahlzeiten" siehe nächste Seite
|
7.
"Wir restaurieren unsere Servierwagen und machen ihn mit
Kantenleisten ´rutschsicher´" |
Die
Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich des vorausschauenden Denken
gefördert werden, indem sie im Rahmen möglichst selbständig einen Handlungsplan
mit Hilfe von vorgegebenen bildlich- schriftlichen Darstellungen erstellen und mit dessen Hilfe unter
Anleitung einzelne Handlungschritte (Schmiergeln, Kleben, Bohren, Schrauben
der Kantenleisten) zur Restaurierung der Servierwagen ausführen. |
|
8.
"Wir stellen
individuelle Platzdeckchen für unsere Klassenmahlzeiten her" |
Die Schülerinnen und
Schüler sollen im Bereich des
vorausschauenden Denken gefördert werden, indem sie im Rahmen ihrer
individuellen Möglichkeiten möglichst selbständig einen Handlungsplan mit
Hilfe von vorgegebenen bildlich- schriftlichen Darstellungen erstellen und
mit dessen Hilfe Platzdeckchen für die Klassenmahlzeiten herstellen. |
Mittel- und langfristiger
Ausblick:
Im Anschluss an das Vorhaben "Wir decken den
Tisch für unsere Klassenmahlzeiten" sollen die Schülerinnen und Schüler
bei der Planung und Erarbeitung eines bevorstehenden "Elternfrühstücks"
weiterhin im Bereich der Planungsfähigkeit gefördert werden.
So stehen hier z.B. Planungen bezogen auf den
allgemeinen Ablauf (Programmgestaltung, Ideenfindung), das Erstellen von
Einladungskarten und Tischdekorationen u.a. an.
Im Rahmen einer längerfristigen Planung sollen die
Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer gemeinsamen Planung und Erarbeitung
eines bildlich- schriftlichen Stundenplanes lernen, Tätigkeiten auch
über einen längeren Zeitraum zu planen.
Ferner sollte der Förderschwerpunkt
Planungsfähigkeit und auch das dabei unterstützende Lesen von Situationen,
Bildern, Symbolen und Ganzwörtern weiterhin auch in anderen Fächern immer
wieder aufgegriffen werden. Dies ist besonders im Sinne einer Förderung der
Selbständigkeit durch das "Planen von Handlungen" und das
"Handeln nach Plan" von besonderer Bedeutung.
Zielorientierte
Handlungsschritte
Die
Schülerinnen und Schüler sollen ...
·
sich
anhand eines Modells (fertiggestelltes Platzdeckchen) auf das Thema der Stunde
einstellen und das Handlungsziel erkennen (Zielantizipation).
·
sich
anhand der Aufgabenstellung dem Förderschwerpunkt der Unterrichtseinheit in Ansätzen
bewusst werden (Zieltransparenz bezogen auf Fösch).
·
anhand
eines Modellobjektes (fertiggestelltes Platzdeckchen) in Ansätzen Vermutungen
über einzelne Handlungsschritte (Herstellung des Platzdeckchen) äußern (Methodenantizipation).
·
sich
anhand von bildlich- schriftlichen Darstellungen einzelne Handlungsschritte
(bzw. einzelne zu benutzende Materialien (Daniela)) vergegenwärtigen.
·
die
einzelnen Handlungsschritte in eine sinnvolle Reihenfolge ordnen (Strukturierungsfähigkeit).
·
benötigte
Materialien erkennen (Methodenantizipation) und ihren Arbeitsplatz
möglichst selbständig organisieren.
·
ihren
Möglichkeiten gemäß versuchen mit Hilfe der erstellten Arbeitsanleitung ein
Platzdeckchen herzustellen (Methodenkompetenz).
·
abschließend
versuchen das Handlungsprodukt
bzw." das Zwischenprodukt" zu bewerten.
·
abschließend
in Ansätzen versuchen ihre Planungskompetenz und ihr Handeln bezogen auf die
Handlungseinheit zu äußern (Reflexionsfähigkeit bzgl. Fösch, rückschauendes
Denken).
Allgemeine
Hinweise zur Schülergruppe
Die Klasse 6b, die sich aus 5 schwerstbehinderten
Schülerinnen und einem schwerstbehinderten Schüler im Alter von 12-13 Jahren
zusammensetzt, wird seit Anfang des Schuljahres ´99/´00 von einem neuen Lehrerteam (einer
Sonderschullehrerin - die Klassenlehrerin - (20 pro Woche), einer Fachlehrerin
(27 Stunden pro Woche) und mir (6 Stunden pro Woche im Rahmen des
eigenverantwortlichen bedarfsdeckenden Unterricht) unterrichtet.
Nach einer anfänglichen Phase des sich
"Kennenlernen" hat sich schnell eine vertrauensvolle und freundliche
Unterrichtsatmosphäre zwischen Lehrern und Schülern eingestellt.
Gruppendynamische
Prozesse
der Schüler untereinander werden besonders durch M. und C.
getragen werden. Durch ihren im Vergleich zu ihren Mitschülern relativ hohen
Verbalanteil dominieren sie zum größten Teil das Unterrichtsgeschehen. Beide
haben jedoch manchmal zum "Leidwesen" der anderen Schülerinnen
Schwierigkeiten, sich zurückzunehmen und auch die anderen Schüler - die mehr
Zeit benötigen als sie - zu Wort kommen zu lassen.
Besonders Ch. und J. wirken im
Schulalltag sehr ruhig und zurückhaltend, bzw. teilweise sehr gehemmt und
bedürfen oftmals direkter Ansprache durch die Lehrkräfte.
Für D. und S. ist eine "verbale
Teilnahme" am Unterricht aufgrund ihrer Behinderung nur stark
eingeschränkt bis gar nicht.
Die Klasse 6b wird schwerpunktmäßig in Anlehnung an
die Richtlinien und Lehrplänen der
Schule für Geistigbehinderte, sowie den Richtlinien für Schwerstbehinderte
(besonders Stephanie und Daniela)
unterrichtet.
So stehen projektorientierter Unterricht sowie
lebenspraktische Förderung in vielfältigen Bereichen zu Gunsten einer starren
Zeiteinteilung in Form eines " festen Fächerkanons" im Vordergrund
der Unterrichtswirklichkeit.
Aufgrund des hohen
Pflegebedarfs (Füttern beim Frühstück und beim Mittagessen, bis zu 3
Toilettengängen am Tag etc.) einiger Schülerinnen der Klasse 6b orientiert sich
die Unterrichtsorganisation oftmals an den notwendigen alltäglichen
Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler.
Ein allgemeines
Unterrichtsziel (Langzeitziel !) besteht darin, die Schülerinnen und
Schüler in ihrer Eigenaktivität/ Selbständigkeit zu bestärken. So sollen sie im
Sinne einer abnehmenden Hilfe in einem zunehmendem Maße erlernen, (alltägliche)
Handlungsabläufe zu erfassen, vorausschauend zu planen und ihren Möglichkeiten
entsprechend auszuführen.
Dabei würde sich zukünftig aufgrund der starken
Heterogenität des Lern-/ Leistungsverhaltens innerhalb der Klasse als weiterer
Schwerpunkt eine verstärkte Betonung kooperativer Aspekte (Partnerarbeit,
Arbeitsteilung etc.) im Sinne des Miteinanders und sich gegenseitig Helfen anbieten.
Anmerkung
(!) :
An der geplanten Unterrichtseinheit wird
voraussichtlich auch Ma. ein Gastschüler
der Klasse 6b teilnehmen (!).
Da mir eine differenzierte Bestimmung seiner
Lernausgangslage bezogen auf das Vorhaben aufgrund bisheriger Beobachtungen
nicht möglich ist, kann es sich bei den folgenden Beschreibungen nur um eine
grobe Einschätzung handeln. Dementsprechend sind auch die von mir
herausgestellten individuellen
Fördermaßnahmen (s. Seite 10) zu verstehen.
|
|
D. 13 Jahre Diplegie geistige Behind. Sprachbehinderung E- Rollstuhl |
S. 13 Jahre Tetraplegie geistige Behind Anarthrie. cerebrale Blindheit Rollstuhl |
J. 12 Jahre psychom. Retardierung geistige Behind. Dyslalie Brillenträgerin |
M. 13 Jahre Tetraplegie geistige Behind. Sprachbehinderung Rollator Brillenträger |
C. 12 Jahre Hemiplegie geistige Behind. |
Ch. 12 Jahre allg. Entwickl.-verz. geistige Behind. Sprachbehinderung Brillenträgerin |
Ma. 11 Jahre Tetraplegie Anarthrie |
|
Stundenbezogene
Lernausgangslage bezüglich des Förderschwerpunktes |
|
|
|
|
|
|
|
|
Kann sich anhand eines Modells auf das Thema der
Stunde einstellen und das Handlungsziel erkennen (Zielantizipation). |
+ |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
++ |
Ä2/ ? |
|
Kann sich anhand einer Aufgabenstellung dem
Förderschwerpunkt der Unterrichtseinheit bewusst werden (Zieltransparenz
bzgl. auf Fösch). |
- / Ä2 |
Ä2 |
+ |
+ |
+ |
ta / + |
Ä2/ ? |
|
Kann
anhand eines Modellobjektes Vermutungen über einzelne Handlungsschritte
seiner Herstellung äussern (vorausschauendes Denken). |
- / Ä2 |
Ä2 |
+ |
+ |
+ |
ta |
Ä2/ ? |
|
Ist
in der Lage, sich anhand von bildlichen Darstellungen einzelne
Handlungsschritte zu vergegenwärtigen (Bildlesen, Transferfähigkeit). |
ta / + |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
+ |
Ä2/ ? |
|
Kann
sich anhand von bildlichen Darstellungen einzelne zu benutzende Materialien
vergegenwärtigen (Bildlesen; Transferfähigkeit). |
+ |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
+ |
Ä2/ ? |
|
Ist
in der Lage einzelnen Handlungsschritte in eine sinnvolle Reihenfolge zu
ordnen (Strukturierungsfähigkeit). |
- / Ä1/ ta |
Ä2 |
+ |
+ |
+ |
+ |
Ä2/ ? |
|
Kann
benötigte Materialien erkennen und benennen (Methodenantizipation) |
ta / + |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
+ |
Ä2/ ? |
|
Kann
den Arbeitsplatz möglichst selbständig organisieren |
Ä1 |
Ä2 |
+ |
+ |
+ |
+ |
Ä2/ ? |
|
Ist
in der Lage bildliche dargestellte Handlungsschritte in Handlungen umzusetzen
(Methodenkompetenz) |
Ä1 |
Ä2 |
+/+ |
++ |
++ |
+ |
Ä2/ ? |
|
Ist
in der Lage das Handlungsprodukt
bzw." das Zwischenprodukt" zu bewerten. |
- / Ä1 |
Ä2 |
+ |
+ |
+ |
ta |
Ä2/ ? |
|
Kann in Ansätzen ihre Planungskompetenz und den
Grad der selbständigen Leistung realistisch einschätzen (Reflexionsfähigkeit
bzgl. Fösch). |
- |
Ä2 |
- / + |
+ |
+ |
ta / + |
Ä2/ ? |
Legende
++ vorhanden - nicht
vorhanden ta tagesformabhängig
+ z.T. vorhanden Ä1 behinderungsbedingt nur mit Hilfe Ä2 behinderungsbedingt nicht möglich
|
|
D. 13 Jahre Diplegie geistige Behind. Sprachbehinderung E- Rollstuhl |
S. 13 Jahre Tetraplegie geistige Behind Anarthrie. cerebrale Blindheit Rollstuhl |
J. 12 Jahre psychom. Retardierung geistige Behind. Dyslalie Brillenträgerin |
M. 13 Jahre Tetraplegie geistige Behind. Sprachbehinderung Rollator Brillenträger |
C. 12 Jahre Hemiplegie geistige Behind. |
Ch. 12 Jahre allg. Entwickl.-verz. geistige Behind. Sprachbehinderung Brillenträgerin |
Ma. 11 Jahre Tetraplegie Anarthrie |
|
Stundenbezogenen
Lernausgangslage bezüglich
weiterer Kompetenzen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Kann
sein/ ihr Foto aus unterschiedlichen Fotos heraussuchen (kog.) |
+/ Ä1 |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
++ |
+/ ? |
|
Kann
seinen/ ihren Namen (Wortbild) aus
unterschiedlichen Namen heraussuchen (kog.) |
- |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
+ |
- |
|
Ist
in der Lage Papier mit einer Schere zu schneiden (motor.). |
Ä1 |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
++ |
Ä1/ Ä2 |
|
Kann
mit einem Klebestift Papier aufkleben (motor.). |
+ / Ä1 |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
++ |
Ä1 |
|
Kann
eine Laminierfolie öffnen und ein Blatt einlegen (motor.). |
Ä1 |
Ä2 |
+ |
+ |
+ |
+ |
Ä1 |
|
Ist
in der Lage eine Laminierfolie in das Laminiergerät zu schieben (motor.). |
+ / Ä1 |
Ä2 |
+ |
+ |
+ |
+ |
Ä1 |
|
Weiss
wie man ein Laminiergarät benutzt (kog.). |
- |
- |
- |
+ |
+ |
- |
- |
|
Ist
in der Lage Hilfe einzufordern. |
ta / + |
Ä2 |
++ |
++ |
++ |
+ |
Ä2 |
|
Kann
notwendige Hilfestellung (durch Mitschüler oder Lehrperson) akzeptieren
(soz.-emot.). |
++ |
++ |
+ |
+ |
+ |
+ |
++ |
|
Kann
Misserfolg bei der Dürchführung bewältigen (soz.- emot.). |
? |
? |
+ |
ta |
ta |
ta / + |
? |
|
Ist
in der Lage das Planen/Handeln zu verbalisieren (Sprache) |
Ä1 |
Ä2 |
+ |
+ |
++ |
Ä1 |
Ä2 |
Legende
++ vorhanden ta tagesformabhängig
+ z.T. vorhanden Ä1 behinderungsbedingt
nur mit Hilfe
- nicht vorhanden Ä2 behinderungsbedingt
nicht möglich
Individuelle
Fördermaßnahmen und Schwerpunktsetzungen bezogen auf die heutige Handlungseinheit:
Der im
Vorhaben angestrebte Förderschwerpunkt
"Förderung der Selbständigkeit durch die Anbahnung und Aktivierung vorausschauender Denkprozesse (Planungsfähigkeit)"
als ein wichtiger Teilaspekt des selbständigen Handelns lässt sich aus der
bestehenden Unsicherheit der Schülerinnen und Schüler in lebenspraktischen
Bereich herleiten.
So wurden während des
Unterrichts bei den Schülerinnen und Schülern der Klasse 6b häufig grundlegende
Probleme beim "eigenständigen
Orientieren, Planen, Organisieren , Durchführen und Reflektieren gewünschter
Handlungsabläufe" (Schimpke, U. 1994, 320) ersichtlich.
Die Schülerinnen und Schüler
verhalten sich in solchen Aktionen oftmals zurückhaltend (besonders bei der
Planung, Organisation) und gehen somit eine praktische Durchführung teilweise
unüberlegt und unsystematisch an.
Das dabei unterstützende
Lesen von Situationen, Bildern, Symbolen und Ganzwörtern im Sinne von "
Bildern Informationen entnehmen und diese in Handlungen umsetzen" oder
"Bilder als Orientierungsmöglichkeit und Kommunikationsmittel
benutzen" (Berres- Weber, A. 1995, 33ff) hat hier ebenfalls einen besonders
hohen Stellenwert.
D.:
Der Schwerpunkt der heutigen
Unterrichtseinheit liegt für D. besonders im Bereich des Symbollesens und der Begriffsbildung
der für die Planung und Durchführung der Handlung bedeutenden Begriffe.
Sie soll einzelne für die
Bearbeitung notwendigen Gegenstände mit Hilfe von bildlichen Darstellungen
erkennen und benennen und somit einen Transfer
von der ikonischen auf die enaktive Ebene vollziehen.
Bei der Planung der
einzelnen Handlungsschritte soll bei D. eine Vorstellung über den Beginn und das Ende einer Handlung angebahnt werden.
Ebenfalls soll sie auf
Nachfrage ihr eigenes Foto für die Gestaltung des Platzdeckchens aus
unterschiedlichen Schülerfotos heraussuchen.
Bei der Durchführung der
einzelnen Arbeitsschritte soll D. die ihr aus dem Unterrichtsalltag bekannten
Handlungen "Schneiden " und "Kleben" mit (möglichst
abnehmender) Hilfestellung (durch den LAA) ausführen. Beim Handlungsschritt
"Ausschneiden des Namenschildchens" benötigt Daniela ein
Schneidebrett.
M.:
M. soll in der heutige
Unterrichtseinheit lernen, einzelne Teilschritte
einer Handlung zu erfassen und diese
vorher soweit wie möglich gedanklich vorwegzunehmen.
Dabei soll er erkennen, dass
einzelne Teilhandlungen nicht willkürlich aneinandergereiht werden können,
sondern planmäßig geordnet werden müssen, um das vorher erstrebte Ziel (Zielantizipation) zu erreichen. Diese Strukturierung der einzelnen
Handlungsschritte soll ihm mit Hilfe von bildlichen Darstellungen
ermöglicht werden.
Um bei der anschließenden
Durchführungsphase eine unsystematische Vorgehensweise M. einzuschränken bzw.
ihm dieses zu vergegenwärtigen, erscheint es sinnvoll, auch ihn verbal einen Bezug zwischen Arbeitsanleitung und ihrer
momentanen handelnden Umsetzung herstellen zu lassen.
J.:
Für J. ist es in der
heutigen Stunde zur Förderung der Selbständigkeit durch die Anbahnung und
Aktivierung der Planungsfähigkeit besonders wichtig, zu lernen, einzelne Teilschritte einer Handlung zu erkennen und diese zum Teil gedanklich
vorwegzunehmen.
Dabei soll sie mit Hilfe von
bildlichen Darstellungen (Bildlesen) und begleitendem Lesen von Ganzwörtern
sowohl die richtige Reihenfolge der einzelnen Teilhandlungen erkennen (Strukturierungsfähigkeit), als auch die
dafür notwendigen Materialien benennen (Methodenantizipation).
Bei der Durchführung der
einzelnen Arbeitsschritte soll J. sich an dem erarbeiteten Plan orientieren. Um
bei J. ggf. eine unsystematische Vorgehensweise in der Durchführungsphase
einzuschränken bzw. ihr dieses zu vergegenwärtigen, erscheint es sinnvoll, sie
verbal einen Bezug zwischen Arbeitsanleitung
und ihrer momentanen handelnden Umsetzung herstellen zu lassen.
Darüber hinaus soll J. versuchen, in Ansätzen ihre
Fähigkeiten bezüglich der Planung und Durchführung der Handlungseinheit
einzuschätzen.
C.:
Der Schwerpunkt der heutigen
Unterrichtseinheit liegt für C. ähnlich wie bei J. in der Fähigkeit einzelne Teilschritte einer Handlung zu erkennen und diese zum Teil gedanklich
vorwegzunehmen.
Dabei soll sie mit Hilfe von
bildlichen Darstellungen (Bildlesen)
und begleitendem Lesen von Ganzwörtern einzelnen Teilhandlungen erkennen und
sie in eine sinnvolle Reihenfolge bringen (Strukturierungsfähigkeit).
Ebenso soll sie die für die einzelnen Handlungsschritte notwendigen Materialien
benennen und ihren Arbeitsplatz möglichst selbständig herrichten (Methodenantizipation).
Aufgrund starker
(wahrscheinlich auch pubertätsbedingter) Stimmungsschwankungen und einer häufig
zeitlich relativ begrenzten Konzentrationsspanne ist es ggf. notwendig, C. während
der Durchführungsphase durch aufmunternde und unterstützende Worte in ihren
Handeln zu bestärken und zu motivieren.
Da C. während längerer
"Sitzphasen" oftmals unruhig und unkonzentriert wird, soll es ihr
erlaubt sein, im Stehen zu arbeiten oder ihren "Stehhocker" zu benutzen.
Ch.:
Ch. soll in der heutige
Unterrichtseinheit einzelne
Teilhandlungen eines Handlungsablaufes erfassen und in Ansätzen gedanklich
vorwegnehmen.
Auch sie soll er erkennen,
dass einzelne Teilhandlungen nicht willkürlich aneinandergereiht werden können,
und ein planmäßiges Handeln notwendig ist, um ein vorher erstrebtes Ziel (Zielantizipation) zu erreichen.
Die Strukturierung der einzelnen Handlungsschritte soll ihr mit Hilfe
von bildlichen Darstellungen ermöglicht werden. Dabei soll Wert darauf gelegt
werden, dass Ch. einerseits Bildsymbole
als Orientierungs- und Kommunikationshilfe erfährt, andererseits mit Hilfe
der Bildkarten versucht Teilhandlungen ihren Möglichkeiten gemäß
(Sprachbehinderung) zu verbalisieren.
Bei der Durchführung der
einzelnen Handlungsschritte ist es ggf. notwendig, Ch. durch Fragen, wie z.B.
"Was hast du bisher gemacht ?", "Was muss als nächstes gemacht
werden ?" in ihrem Handeln zu leiten.
S.:
Da Stephanie aufgrund ihres
in den letzten Monaten sehr instabilen Gesundheitszustandes (viele
krankheitsbedingte Fehlstunden, langfristige Aufenthalte in Krankenhäusern:
Intensivstation) seit längerem nicht mehr am Unterricht der Klasse 6b
teilgenommen hat, lassen sich keine näheren Aussagen zu individuellen
Fördermaßnahmen bezogen auf die heutige Handlungseinheit machen.
Voraussichtlich wird sie aus
gesundheitlichen Gründen nicht an der
geplanten Unterrichtseinheit teilnehmen (!).
Ma:
Ma., der Gastschüler in der Klasse 6b ist, soll in
der Fähigkeit gefördert werden, Kontakt
zu seinen neuen Mitschülern und zu den Lehrpersonen aufzunehmen.
Dies soll auch über die Möglichkeit geschehen passiv die Aktivitäten und die Kommunikation
in der Klasse zu erleben und auszuhalten.
Bei der Herstellung des Handlungsproduktes soll Ma.
durch Hilfestellung von Fr. H. die unterschiedlichen benötigten Materialien
seinen individuellen Möglichkeiten entsprechend taktil erfahren und, soweit dies möglich erscheint, einzelne Handlungsschritte mit Handführung (z.B.
Aufkleben des Fotos) ausführen.
Ma. wird deshalb während der gesamten Unterrichtseinheit
von Fr. H. betreut.
Verlaufsplanung
|
Zeit |
Phase |
Unterrichtsaktivitäten |
Sozialform und Organisation |
Medien |
Kommentar |
|
5 min - 10 min |
Einstieg |
Begrüßung und Vorstellung des Gastes durch den LAA Anknüpfen an den Inhalt der letzten Stunden Vorstellung des Stundeninhalts und des Föschs LAA zeigt den Sch. ein bereits fertiggestelltes Platzdeckchen Sch. betrachten das Modell - Platzdeckchen und geben ggf. Verbesserungsvorschläge LAA bittet die Schüler, Vermutungen über den Herstellungsprozess zu äußern bzw. einzelne Bestandteile des Platzdeckchen (z.B.: Folie, Foto, Namensschildchen, farbiger Hintergrund) zu nennen. Sch. benennen einzelne Bestandteile und geben evtl. Äußerungen über einzelne Handlungsschritte ab LAA bitte Sch. an Gruppenarbeitstisch |
gesamte Lerngruppe Sitzkreis an Einzelarbeitstischen vor der Tafel Unterrichtsgespräch ggf. individuelle Ansprache |
Modell eines fertiggestellten Platzdeckchens |
Gewöhnung an den Gast Informierender Unterrichtseinstieg Einordnung in den Gesamtzusammenhang des Vorhabens "Tischdecken" Ziel- und Fösch - Transparenz Veranschaulichen des Handlungsproduktes Motivation durch Handlungsprodukt sachbezogene Rückschau (Erkennen der Struktur des Objektes) fragend- entwickelndes Gespräch direkte Ansprache bei besonders bei D. durch LAA notwendig |
|
15 min - 20 min |
Erarbeitung |
LAA, L. und Sch. nehmen am Gruppenarbeitstisch Platz LAA teilt Fotos aus, die die einzelnen Handlungsschritte dokumentieren LAA und Sch. betrachten und besprechen gemeinsam die einzelnen Fotos und die darauf abgebildeten Handlungsschritte und Materialien Sch. ordnen die Abbildungen der einzelnen Handlungsschritte in die richtige Reihenfolge und stecken sie in die Steckbrettchen. |
gesamte Lerngruppe (Gruppenarbeitstisch) Unterrichtsgespräch ggf. individuelle Ansprache |
Platzdeckchenmodell Fotos der einzelnen Handlungsschritte Fotos einzelner Materialien (für D.) Symbole zum Verdeutlichen von "Beginn " und "Ende" der Gesamthandlung Steckbrettchen |
fragend - entwickelnder Unterricht bildl.- schriftl. Darstellungen als Orientierungs- und Strukturierungshilfe bzgl. Planung und Durchführung Differenzierung der Medien bzgl. des Fösch´s: (Prinzip der Angemessenheit) für alle Schüler: Bildkarten der Teilhandlungen Ø Planung und Strukturierung der Handlung D.: Bildkarten der einzelnen Materialien Ø Bildlesen; Transfer Bild à Objekt; Begriffsbildung J. und C.: (Beschriftung in Großbuchstaben) Ø
Lesen von handlungsbeschreibenden Ganzwörtern (SCHNEIDEN, KLEBEN, LAMINIEREN ...) |
|
Zeit |
Phase |
Unterrichtsaktivitäten |
Sozialform und Organisation |
Medien |
Kommentar |
|
10 min - 15 min |
Durchführung |
LAA holt einen vorbereiteten Materialwagen mit notwendigen und "nicht notwendigen" Materialien (s. Medien) aus dem Nebenraum Sch. betrachten, befühlen und benennen die benötigten Materialien/ Gegenstände. Sch. wählen die für die Handlungsschritte notwendigen Materialien aus und beginnen mögl. selbständig mit der Herstellung des Platzdeckchens. Dabei orientieren sich die Sch. an den Arbeitsschritten des erstellten Arbeitsplans. LAA fordert einzelne Schüler auf, ihre momentanen Handlungen in Bezug zum Handlungsplan zu stellen (Bei welchem Handlungsschritt bist Du jetzt? Was hast Du vorher gemacht? Was musst Du danach machen ?) |
gesamte Lerngruppe am Gruppenarbeits- tisch Unterrichtsgespräch ggf. individuelle Ansprache Einzelarbeit (evtl. Partnerarbeit im Sinne der Koopertion; gegenseitige Hilfestellung) |
Fotos und Wortkartender einzelnen Handlungsschritte/ Gegenstände Materialwagen mit: Steckbrettchen Scheren Linkshänderscheren Scherenbrett "Messer" Klebestifte "Tacker" "Locher" Schülerfotos Namenskärtchen Laminierfolien DinA3 Geschenkpapierbögen (auf DinA3 zugeschnitten) "Folie DinA4" Laminiergerät rutschfeste Folie |
LAA zieht sich zu Gunsten eines möglichst selbständigen Handelns zurück und leistet nur dort Hilfestellung wo dies nötig erscheint (Prinzip der abnehmenden Hilfe, Prinzip der Selbsttätigkeit) Fösch steht während dieser Phase weiterhin im Vordergrund, da den Schülern einzelne Handlungstechniken (Schneiden, Kleben, Laminieren) bereitsbekannt sind Differenzierungsmaßnahmen bzgl. Hilfestellung und
Materialien: D. Ø Abmontieren des Steuerhebels vom E- Rollstuhl Ø Auflegen der rutschfesten Folie Ø Scherenbrett ; Öffnen des Klebestiftes ... M., C.: Ø Linkshänderscheren Ma. Ø permanente Betreuung durch Fr. Hennig manuelle Hilfestellung durch LAA bei der Ausführung der Arbeitsschritte ( besonders D.) und ggf. auch bei andere Sch. nach Aufforderung) LAA regt ggf. zu gegenseitigen Hilfestellung an aufgrund der starken Hitzeentwicklung (110°) wird das Laminiergerät nur unter direkter Beaufsichtigung benutzt |
|
5 min - 10 min |
Reflexion und Ausblick |
LAA bittet Sch. Bearbeitung der Platzdeckchen zu unterbrechen (!!) / bzw. zu beenden Sch. präsentieren ihre fertiggestellten bzw. teilweise bearbeiteten Platzdeckkchen Sch. reflektieren ihr Handeln bzgl. Handlungsprodukt und Fösch evtl. Leitfragen: Was haben wir getan ? Welche Handlungsschritte stehen noch an ? Was gelang besonders gut? Wo gab es Probleme? |
gesamte Lerngruppe am Gruppenarbeits- tisch (alternativ: Sitzkreis an Einzelarbeitstischen vor der Tafel) Unterrichtsgespräch ggf. individuelle Ansprache |
fertiggestellten bzw. teilweise bearbeiteten Platzdeckkchen |
Alternativplanung: Falls sich die Sch. nicht von ihrer Erarbeitung "trennen" können (Ablenkung durch Materialien oder weil sie unbedingt zu Ende arbeiten wollen), wird die Präsentation (Zwischenpräsentation) an den Einzelarbeitstischen durchgeführt Reflexion bzgl. des Fösch´s (Planungsfähigkeit) und des Handlungsproduktes (Platzdeckchens) Planungskontrolle (später auch Bewertung der Platzdeckchen durch Fr. Nethöfel und die Eltern etc.) |
Literatur
Berres- Weber, A. (1995):
Geistigbehinderte lesen ihren Stundenplan - Bilder
lesen und Handlungen planen. Übungsreihen für Geistigbehinderte- Konzepte und
Materialien (Hrsg.) Dank, S.. Dortmund 1995
KMK (Hrsg.)(1980):
Richtlinien der Schule für Geistigbehinderte. Düsseldorf 1980
KMK (Hrsg.) (1983):
Empfehlungen für den Unterricht in der Schule für
Körperbehinderte (Sonderschule). Darmstadt. 1984
KMK (Hrsg.) (1985):
Richtlinien und Hinweise für den Unterricht.
Förderung schwerstbehinderter Schüler. Düsseldorf 1985
KMK (Hrsg.) (1994):
Richtlinien zur Förderung körperbehinderter
Schülerinnen und Schüler. Unveröffentlichter Entwurf 1994
Ledl, V. (1994):
Kinder beobachten und fördern- Eine Handreichung zur
gezielten Beobachtung und Förderung von Kindern mit besonderen Lern- und
Erziehungsbedürfnissen. Wolfsberg 1994
Meyer, H. (1992):
Unterrichtsmethoden I: Theorieband. Frankfurt
a.M..1994
Meyer, H. (1992):
Unterrichtsmethoden II: Praxisband. Frankfurt
a.M..1997
Miessler, M./ Bauer, I.
(1978):
Wir lernen denken.
Sonderpädagogische Praxis: Neues Lernen mit Geistigbehinderten. Würzburg 1978
Schimpke, U. (1994):
Förderschwerpunkt "Selbständiges Handeln"
- Analyse und Konkretisierung für den Unterricht. In: Zeitschrift für
Heilpädagogik 5/94, 318-326
Staatsinstitut
für Schulpädagogik und Bildungsforschung München (Hrsg.) (1991):
Erstlesen. Handreichung für
Sonderpädagogische Diagnose- und Förderklassen. Würzburg 1991
Studienseminar für das
Lehramt für Sonderpädagogik Dortmund (1999):
Materialien Unterrichtsplanung.
Schwerpunktorientierung. Dortmund 1999
Zielniok, W. K. (o.J.):
Vom „Situationslesen“ zum „Schriftlesen“ – Stufen im
Lesenlernen mit geistig Behinderten. in: Lernen konkret, 2 (o.J.), 6-12
Anhang
Bildmaterial / Fotos