Studienseminar für das Lehramt für Sonderpädagogik Dortmund

Schriftliche Planung der unterrichtspraktischen Prüfung

(gemäß § 59 (5) OVP)

 

 

 

Datum:                                             19. September 2000

Zeit:                                                   11.30 - 12.15 Uhr

Fach:                                                Sondererziehung und Rehabilitation der                                                             Körperbehinderten

Klasse:                                            1 b (3 Schülerinnen und 5 Schüler)

 

Prüfungsausschuss:

Hauptseminarleiter:                        

Ausbildungskoordinatorin:             

Fachleiterin:                                     

 

 

Thema der Unterrichtsprobe:

„Ein LEGO-Papagei nach Plan - das können wir (fast) alleine!“

 

Förderziel der Unterrichtsprobe:

Die SchülerInnen sollen in ihrer Methodenkompetenz gefördert werden, indem sie die bisher erworbenen Fähigkeiten im Umgang mit einem Arbeitsplan durch das möglichst selbstständige Bauen einer LEGO-Figur umsetzen und damit weiter üben.

 


1.1 Thema der Unterrichtsstunde

„Ein LEGO-Papagei nach Plan - das können wir (fast) alleine!“

 

1.2 Förderziel der Unterrichtsstunde

Die SchülerInnen sollen in ihrer Methodenkompetenz gefördert werden, indem sie die bisher erworbenen Fähigkeiten im Umgang mit einem Arbeitsplan durch das möglichst selbstständige Bauen einer LEGO-Figur umsetzen und damit weiter üben.

 

Individuelles Förderziel:

L. soll in ihrer sensomotorischen Kompetenz gefördert werden, indem ihr über einen längeren Zeitraum bestimmte Gegenstände (zusammengebaute Legosteine) angeboten werden, mit denen sie sich interaktiv forschend auseinandersetzt, d. h. diese auseinanderbaut und die Beschaffenheit der Gebilde und der Einzelteile erkundet.

 

Zielorientierte Handlungsschritte:

Die SchülerInnen sollen in ihrer Methodenkompetenz im Teilbereich „Arbeiten nach Plänen“ gefördert werden, indem sie

Einstiegsphase

·      das Thema („LEGO-Zoo“) und das Förderziel („Arbeiten nach Arbeitsplan“) der Reihe erfassen

·      die Regeln für das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“ anhand des Plakates wiederholen

         ® „Arbeitsplatz einrichten“

            ® „Legosteine heraussuchen“

            ® „Schritt-für-Schritt bauen“

            ® „Bauschritt markieren“

            ® „Bauen beenden“

Erarbeitungsphase

·      die einzelnen Arbeitsschritte für das Bauen einer neuen LEGO-Figur anhand eines „Muster-Bauplanes“ und unter Rückgriff auf die zuvor wiederholten Regeln verbalisieren bzw. demonstrieren

Durchführungsphase

·      ihren Arbeitsplatz mit den benötigten Materialien möglichst selbstständig einrichten

·      möglichst selbstständig nach dem neuen Bauplan die LEGO-Figur bauen, d.h.

® sich an Strukturierungshilfen auf dem Niveau der Abbildungsebene (Bauplan) orientieren (Handlungsorientierung)

® die benötigten Arbeitsmittel mit Hilfe des Bauplanes heraussuchen und bereitlegen (Handlungsmittel)

® die einzelnen auf dem Bauplan bildlich dargestellten Arbeitsschritte chronologisch in Handlungen umsetzen (Handlungsprozess)

® handlungsbegleitend den aktuellen Bauschritt auf dem Bauplan markieren und damit ihr Handeln kontrollieren (Handlungskontrolle)

® das Arbeitsergebnis auf dem Bauplan erkennen und somit zielgerichtet auf ein   Ergebnis hin arbeiten (Handlungsergebnis)

Reflexionsphase

·      den aktuellen Stand ihrer Arbeiten unter Zuhilfenahme ihrer konkreten LEGO-Figur sowie ihres Bauplanes verbal oder durch Demonstrieren reflektieren

 

1.3 Thema der Unterrichtsreihe

„Wir bauen einen LEGO-ZOO nach Plan“

 

1.4 Förderziel der Unterrichtsreihe

Die SchülerInnen sollen in ihrer Methodenkompetenz im Teilbereich Arbeiten nach Plänen gefördert werden, indem sie LEGO-Figuren mit Hilfe einer bildlichen Anleitung möglichst selbstständig bauen.

 

 


1.5 Aufbau der Reihe

Vor der Reihe zur Förderung des „Arbeitens nach Plan“ durch das Bauen mit Legosteinen sind Unterrichtseinheiten zur Materialförderung durchgeführt worden, d. h. Legosteine nach Farbe und Größe zu sortieren.

Thema der Unterrichtsstunde

 

Förderziel der Unterrichtsstunde

1. „Ein LEGO-Hai - den bauen wir `mal nach!“

Die SchülerInnen sollen als Vorbereitung auf das Arbeiten nach einem bildlichen Plan auf der Ebene des konkreten Modellverhaltens eine LEGO-Figur schrittweise nachbauen.

2. „Ein LEGO-Pferd nach Plan - das probieren wir ´mal!“

Die SchülerInnen sollen an den Umgang mit einem bildlichen Arbeitsplan herangeführt werden, indem sie diesen kennen lernen und (mit Hilfe) eine LEGO-Figur nach einem einfachen, kurzschrittigen Plan bauen.

3. „Ein LEGO-Vogel nach Plan - aber mit den Regeln!“

Die SchülerInnen sollen in Anlehnung an die vorangegangene Stunde notwendige Regeln in Form bildlicher Darstellungen für das Arbeiten mit dem LEGO-Bauplan erarbeiten und diese beim Bau einer LEGO-Figur nach einem - in Bezug auf Material und Arbeitsschritte erweiterten - Bauplan einhalten.

4. „Ein LEGO-Löwe nach Plan - mit allem, was dazu gehört!“

Die SchülerInnen sollen ihre erlangten Kompetenzen im Umgang mit einem Arbeitsplan beim Bau einer weiteren LEGO-Figur üben und darüber hinaus ihren Arbeitsplatz mit Hilfe der Einführung einer zusätzlichen Regel einrichten.

5. „Ein LEGO-Papagei nach Plan - das können wir (fast) alleine!“

Die SchülerInnen sollen in ihrer Methodenkompetenz gefördert werden, indem sie die bisher erworbenen Fähigkeiten im Umgang mit einem Arbeitsplan durch das möglichst selbstständige Bauen einer LEGO-Figur umsetzen und damit weiter üben.

6., 7.,.... „LEGO-Krokodil, LEGO-Giraffe und viel mehr - nach Plan kein Problem mehr!“

Die SchülerInnen sollen ihre erworbenen Kompetenzen im Umgang mit einem Arbeitsplan festigen, indem sie weitere LEGO-Modelle anhand zunehmend individuell komplexeren Arbeitsplänen bauen.

 

Im Anschluss an die Reihe sollen erworbene Methodenkompetenzen im Teilbereich „Arbeiten nach Plänen“ für eine Übertragung auf neue Situationen (Basteln, Kochen etc.) nutzbar gemacht werden (® Transfer der erworbenen Fähigkeiten).

 

 


1.6 Darstellung der förderschwerpunktbezogenen Lernausgangslage

Erläuterungen:

/   verfügt nicht über diese Fähigkeit                                       ++    verfügt meist über diese Fähigkeit

+  verfügt teilweise/mit Hilfe über diese Fähigkeit                   +++  verfügt über diese Fähigkeit

 

 

S.

A.

M.

P.

D.

G.

M.

Einstieg

 

 

 

 

 

 

 

...ist in der Lage, das Förderziel der Stunde zu erfassen

 

+

 

+

 

++

 

+++

 

++

 

+

 

++

...ist in der Lage, die Regeln für das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“ zu wiederholen

 

++

 

+

 

++

 

++/

+++

 

++

 

+

 

++

Erarbeitung

 

 

 

 

 

 

 

...ist in der Lage, die neuen Arbeitsschritte anhand des Bauplanes zu erarbeiten

 

++

 

++

 

++

 

+++

 

++/

+++

 

++

 

++/

+++

Durchführung

 

 

 

 

 

 

 

...kann den Arbeitsplatz selbstständig einrichten

+++

 

+++

++/

+++

++/

+++

+++

++

++/

+++

... kann sich an Strukturierungshilfen auf dem Niveau der Abbildungsebene (Bauplan) orientieren

 

+++

 

+++

 

+++

 

++/

+++

 

 

+++

 

+++

 

++/

+++

...kann die Arbeitsmittel mit Hilfe des Bauplanes selbstständig zusammenstellen

 

+++

 

+++

 

+++

 

+++

 

+++

 

+++

 

+++

...kann die Aufgabe in Teilschritte erfassen u. die Arbeitsschritte chronologisch nach Bauplan ausführen

 

++

 

++

 

++

 

++

 

++

 

++

 

++

... markiert den aktuellen Bauschritt auf dem Plan

 

++/

+++

 

++

 

++

 

++/

+++

 

++

 

+/++

 

+/++

... kontrolliert den einzelnen Bauschritt

++

+

+

++

+

++

+

... erkennt das Arbeitsergebnis auf dem Bauplan u. arbeitet zielgerichtet

 

+++

 

++

 

++/

+++

 

++/

+++

 

+++

 

+

 

++

... kann sachangemessen mit den Materialien umgehen

 

+++

 

++

 

+++

 

++

 

+++

 

+

 

+

Reflexion

 

 

 

 

 

 

 

... kann ihr/sein Arbeitsergebnis reflektieren

 

+/++

 

+/++

 

++

 

++/

+++

 

++

 

+

 

+/++

 

 

Darstellung der allgemeinen Lernausgangslage:

Erläuterung:

/   verfügt nicht über diese Fähigkeit                               ++    verfügt meist über diese Fähigkeit

+  verfügt teilweise/mit Hilfe über diese Fähigkeit +++  verfügt über diese Fähigkeit

 

 

 

 

S.

A.

M.

P.

D.

G.

M.

Motorik

 

 

 

 

 

 

 

 

feinmotorischer Umgang mit Legosteinen

+/++

++

+

+/++

++/

+++

++

++

Emotionalität/

Soziabilität

 

 

 

 

 

 

 

Motivation für das Bauen mit Legosteinen

++

++

++

+++

+++

+

++/

+++

Einhalten von Regeln

 

++/

+++

+

++/

+++

++/

+++

++

+

+/++

Kognition

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzentrationsfähigkeit

 

++

+

+

+/++

++/

+++

+/++

+/++

aus symbolischen Darstellungen (Regeln) Informationen gewinnen

 

++

 

+

 

++

 

+++

 

++/

+++

 

++

 

++

Lesefähigkeit

 

+

/

+

++/

+++

++

+

++

Raum-Lage-Wahrnehmung

+/++

++

++

+/++

++

++

+/++

 


Anmerkungen zu den Lernvoraussetzungen/Individuelle Fördermaßnahmen:

 

S. ist stets motiviert, die Lego-Figur selbstständig mit Hilfe des Planes zu bauen. Sie kann sich gut am Plan orientieren - falls die einzelnen Bauschritte nicht zu komplex sind - und hält die Regeln für das Arbeiten mit dem Bauplan größtenteils ein. Was das Arbeiten mit dem Plan angeht, braucht sie also wenig Hilfe.

Da S. aufgrund ihrer Spastik zum Teil feinmotorische Probleme beim Bauen mit Legosteinen hat, werden ihr im Rahmen der Aufgabendifferenzierung Baupläne mit solchen Lego-Figuren angeboten, die sie diesbezüglich bewältigen kann. Falls sie dennoch Probleme beim Zusammenbauen haben sollte, soll ihr geholfen werden.

In Stuhlkreissituationen ist S. sehr schüchtern und äußert sich selten. Sie soll daher ermutigend angesprochen werden beziehungsweise die Möglichkeit erhalten, auf entsprechende Objekte zeigen zu können.

A. baut recht zügig Lego-Figuren zusammen. Innerhalb der Aufgabendifferenzierung soll sie - in Bezug auf Anzahl der Legosteine - umfassendere Legofiguren bauen.

A. markiert und kontrolliert nicht immer ihren aktuellen Bauschritt und es passiert so ab und zu, dass sie einen Bauschritt vergisst. Falls dies vorkommt, soll sie auf entsprechende Regel aufmerksam gemacht werden. Durch das Angebot der komplexeren Baupläne wird sie außerdem herausgefordert, sich genauer am Plan zu orientieren.

M. behält sich meistens die Regeln für das Arbeiten mit dem Bauplan und setzt diese auch gewissenhaft um.

Da er jedoch leicht ablenkbar ist, ist sein Arbeiten von vielen kleinen Pausen geprägt. M. muss in diesen Fällen an das Weitermachen erinnert werden. Außerdem ist es für M.` Konzentration hilfreich, wenn er an einem Einzeltisch sitzt.      

M. hat aufgrund seiner Ataxie feinmotorische Probleme im Umgang mit den Legosteinen. Innerhalb der Aufgabendifferenzierung sind Legofiguren ausgewählt worden, die er nach Einschätzung seiner feinmotorischen Fähigkeiten selbstständig bewältigen kann. Falls er dennoch Probleme beim Zusammenbauen haben sollte, soll ihm  geholfen werden.

P. ist sehr motiviert, eine Lego-Figur zu bauen. Er hat jedoch wenig Vertrauen in seine eigenen Handlungsfähigkeiten und fordert häufig Hilfe von einer Lehrperson. P. soll darin unterstützt werden, mehr Vertrauen in seine eigenen Handlungsfähigkeiten aufzubauen, indem selbstständige Handlungen verstärkt gelobt werden und er motiviert wird, sein Handeln mit Hilfe des Planes selbst zu kontrollieren. Außerdem werden P. innerhalb der Aufgabendifferenzierung Baupläne mit einem - in Bezug auf Anzahl und Komplexität der Anordnung der Legosteine - leichteren Schwierigkeitsgrad angeboten, um selbstständiges Arbeiten durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen zu fördern.

Eventuell hat P. feinmotorisch bei vereinzelten Bauschritten Schwierigkeiten, woraufhin ihm geholfen werden soll.

Ansonsten ist P. sehr interessiert an den förderschwerpunktbezogenen Regeln und reflektiert diese gerne und auch gut. Bei ihm besteht jedoch eine große Diskrepanz zwischen der kognitiven Erfassung der Arbeitsweise mit dem Arbeitsplan und deren Umsetzung.     

D. hat die Arbeitsweise mit dem Bauplan schnell verinnerlicht. So erfasst er zügig einzelne Bauschritte und setzt diese auch rasch um. Innerhalb der Aufgabendifferenzierung werden ihm Baupläne von - in Bezug auf Anzahl und Komplexität der Anordnung der Legosteine - schwierigeren Legofiguren angeboten.

Dominiks zügiges Arbeitsverhalten führt ab und zu jedoch auch dazu, einzelne Bauschritte bzw. Teile eines Bauschrittes zu übersehen. Er soll daher jene genauer kontrollieren und sich v. a. an die Regel halten, den Bauschritt mit der Klammer zu markieren. Wie A. wird D. außerdem durch das Angebot der komplexeren Baupläne herausgefordert, genauer mit dem Plan zu arbeiten.

G. erfasst schnell strukturierte Arbeitsweisen, so auch das „Arbeiten nach Plan.“ Er überblickt komplexe Bauschritte und kann jene auch gut umsetzen. Innerhalb der Aufgabendifferenzierung werden ihm Baupläne von - in Bezug auf Anzahl und Komplexität der Anordnung der Legosteine - schwierigeren Lego-Figuren bereitgestellt. G.s Bereitschaft zur Mitarbeit schwankt jedoch immens. Es kann vorkommen, dass er die Mitarbeit völlig verweigert. In diesem Falle soll er zur Mitarbeit angehalten werden, wobei sich Frau ??? schwerpunktmäßig um ihn kümmert.

M. ist meistens motiviert, eine Lego-Figur zu bauen. Er hat jedoch wenig Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten und verlangt häufig die Unterstützung einer Lehrperson. Ermutigt man ihn, sich am Bauplan zu orientieren, so lässt er sich auf selbstständigeres Arbeiten ein.

Innerhalb der Aufgabendifferenzierung werden ihm Baupläne von - in Bezug auf Anzahl und Komplexität der Anordnung der Legosteine - leichteren Legofiguren angeboten, um ihn im selbstständigen Arbeiten durch das Vermitteln von Erfolgserlebnissen zu unterstützen.

Was seine feinmotorischen Fähigkeiten angeht, so hat er beim Bauen mit den Legosteinen manchmal Probleme (¬ mangelnde Kraftdosierung). Falls jene auftauchen, soll ihm geholfen werden.

M.` Konzentrationsfähigkeit ist sehr gering. Zum Arbeiten über einen längeren Zeitraum muss er motiviert werden. Sein Umgang mit dem Arbeitsplan und den übrigen Materialien ist oft nicht sachangemessen. In diesem Falle muss er angehalten werden, dies zu unterlassen.

 

L. befindet sich nach der sensomotorischen Entwicklungstheorie von Piaget in der Phase der sekundären Kreisregulationen (4 - 8 Monate), d. h. sie wiederholt systematisch Handlungen und zeigt wachsendes Interesse an den Wirkungen der Handlungen auf Objekte.

S. ist schon seit einem längeren Zeitraum im Krankenhaus und nimmt an der vorliegenden Stunde nicht teil.


1.7 Verlaufsplanung

PHASE/

ZEIT

UNTERRICHTSAKTIVITÄTEN

MEDIEN

UNTERRICHTS-ORGANI-

SATION

DIDAKTISCH-METHODISCHER

KOMMENTAR

Einstieg

 

5 Min.

·       Sch. sollen sich im Halbkreis vor das Plakat setzen

·       Begrüßung u. Vorstellung der Gäste

·       die Sch. sollen das Thema („LEGO-Zoo“) u. das Förderziel der Reihe („Arbeiten nach Plan“) erfassen 

·       die Sch. sollen die Regeln für das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“ anhand des Plakates wiederholen

·       gelbes Plakat mit 5 bildlich/schriftlich dargestellten Regeln für das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“

 

·       Halbkreis vor der Tür zum Gruppenraum

·       die Regeln dienen dazu, den Sch. das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“ transparent zu machen 

·       die Regeln berücksichtigen das individuelle Lernausgangsniveau der Sch. (Bilder/Schrift); was die Bilder angeht, so stellen diese die im Unterricht konkret verwendeten Materialien dar (Transfer zu den eigenen Aufgaben ist eher gegeben)

·       für diejenigen Sch., die sich in Stuhlkreissituationen meistens nicht trauen sich verbal zu äußern (v. a. M. u. G.), besteht die Möglichkeit, bei der Wiederholung auf die entsprechenden Regeln zu zeigen 

Erarbeitung

 

5 Min.

·       die LAA präsentiert den Sch. den Bauplan für die in dieser Stunde zu bauende LEGO-Figur

®  die Sch. sollen auf dem „Bauplan“ erkennen u. anschließend benennen, was sie in der heutigen Stunde bauen sollen

®  die Sch. sollen die einzelnen, in dieser Stunde durchzuführenden Arbeitsschritte mit Hilfe der Regeln am „Muster-Bauplan“ demonstrieren u. nach Möglichkeit verbalisieren

·       s.o.

·       „Muster-Bauplan“ der heutigen Stunde

·       kl. blauer Tisch

·       Holzsetzleiste

·       s.o

·       Erarbeitung des Themas und des Förderziels der heutigen Stunde

·       das Erkennen und Erklären (bzw. Demonstrieren) der einzelnen Arbeitsschritte am konkreten „Bauplan“ schafft Voraussetzungen für möglichst selbstständiges Arbeiten

  

Durchfüh-rung

 

30 Min.

·       die Sch. sollen - unter Berücksichtigung der Regeln für das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“- möglichst selbstständig

®  den Arbeitsplatz einrichten

®  die Legosteine heraussuchen

®  Schritt-für-Schritt nach Plan bauen

®  handlungsbegleitend den aktuellen Bauschritt mit der Klammer auf dem Bauplan markieren und das Bauen am Plan kontrollieren

®  zielgerichtet auf ein Ergebnis hin arbeiten

·         die Sch. sollen - falls sie es schaffen, die erste LEGO-Figur zu Ende zu bauen - jene zum aufgebauten LEGO-Zoo stellen, den Bauplan auf den nebenstehenden Tisch legen u. sich einen neuen Plan von der Holzleiste nehmen

·         L. erhält das Angebot, sich mit zusammengebauten großen Legosteinen auseinanderzusetzen, d.h. sie baut die Legosteine auseinander u. erkundet jene nach ihrer Beschaffenheit

·       7 Baupläne (14 weitere)

·       7 gelbe Klammern (14 weitere)

·       7 Körbe mit Legosteinen

·       7 rutschfeste Unterlagen

·       aufgebauter LEGO-Zoo auf einem nebenstehenden Tisch (mit selbstgemalten Unterlagen)

·       Plakat mit den Regeln für das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“

·       Einzelarbeit an festen Plätzen bzw. im Raum

·       Frau ??? u. die LAA beobachten die Sch., motivieren ggf. zu selbstständigem Arbeiten u. geben Hilfestellung

·       die Regeln, welche durch das Plakat zu jeder Zeit präsent sind, sollen die Sch. darin unterstützen, ihren Arbeitsprozess möglichst selbstständig zu bewältigen (ggfs. sollen Sch. auf einzelne Regeln durch Demonstration auf das entsprechende Kärtchen aufmerksam gemacht werden)

·       der Hilfsplan für das Heraussuchen u. Bereitlegen der benötigten Legosteine liefert den Sch. eine konkrete Rückmeldung über noch fehlende Steine

·       der Arbeitsplan enthält fotografische Abbildungen, da jene für die Sch. kognitiv besser zu erfassen sind als zeichnerische Abbildungen

·       die Sch. sollen dazu motiviert werden, sich bei Problemen vorrangig am Bauplan zu orientieren 

·       da M. leicht ablenkbar ist, sitzt er an einem Einzeltisch (entspricht auch seinem eigenen Wunsch !) 

·       nach Beendigung der ersten LEGO-Figur werden Baupläne für jeweils zwei weitere LEGO-Figuren - differenziert nach zwei Schwierigkeitsgraden - angeboten

® schwerere Figuren („Drache“, „großer

     Vogel“) für D., A., G.

® leichtere Figuren („Giraffe“, „Zoobe-

     sucherin“) für M., S., M. 

     u. P.

(erfahrungsgemäß schaffen die Sch.  

höchstens eine bzw. zwei Figuren)

·       da G. häufig einen „Anstoss“ zur Mitarbeit bzw. zum Weitermachen braucht, kümmert sich Frau ??? schwerpunktmäßig um ihn

·       L. wird in der Spielecke von ihrem Privat-Zivi betreut

·       L. erhält das Angebot der zusammengebauten Legosteine schon seit einigen Unterrichtseinheiten u. sie zeigt wachsendes Interesse daran 

Reflexion

 

5 Min.

·         die Sch. sollen sich mit ihrer zuletzt angefangenen (bzw. beendeten) LEGO-Figur einschließlich Bauplan in den Halbkreis vor dem Plakat versammeln

·         die Sch. sollen den aktuellen Stand ihrer Arbeiten unter Zuhilfenahme ihrer LEGO-Figur sowie ihres Bauplanes verbal oder durch Demonstrieren reflektieren

 

·       7 fertig oder nicht fertig gebaute LEGO-Figuren

·       7 LEGO-Baupläne

·       Plakat mit den Regeln für das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“

·       Halbkreis vor der Tür zum Gruppenraum

·       Wechsel der Sozialform, um die Aufmerksamkeit der Sch. für die Reflexion zu bahnen

·       für die Reflexion brauchen die Sch. klare Orientierungshilfen

® sie können den Stand ihrer Arbeiten mit der konkreten LEGO-Figur in der Hand u. dem Bauplan als Vergleich einordnen

® verbal schwächere Sch. brauchen nur auf den Bauschritt zu zeigen

 


1.8 Literaturverzeichnis

 

Zum Förderschwerpunkt „Methodenkompetenz“:

 

AEBLI, H.: Zwölf Grundformen des Lehrens. Stuttgart 1983. Speziell Kapitel VII. Grundform 6: Einen Handlungsablauf erarbeiten, S. 181-202.

 

AEBLI, H.: Denken. Das Ordnen des Tuns. Band I: Kognitive Aspekte der Handlungstheorie. Stuttgart 1980.

 

ARBEITSGRUPPE BEIM LANDESINSTITUT KÖRPERLICHE UND MOTORISCHE ENTWICKLUNG: Richtlinien zum Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung.“ Entwurf Nr. 1. Stand 16.2.2000.

 

BALLING, J.: Unterrichtsentwurf: Die Schuppen des Regenbogenfisches. Kunstunterricht in einer Schule für Körperbehinderte. In: Zeitschrift für Heilpädagogik 5/1995, S. 244 - 249.

 

BERNDT-SCHMIDT, K./DIEHM, R./LACKMANN, R./MÜLLER; P.: Sonderpädagogischer Förderbedarf, Förderbereiche, Förderschwerpunkte. In: Zeitschrift für Heilpädagogik 7/95, S. 323-333.

 

EITER, H.: Wie fördere ich selbständiges Lernen und Handeln? In: Grundschulmagazin 4/1998.

 

FRITZ, A.: Ein Förderprogramm zum Aufbau von Handlungskompetenz. In: FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT „DAS KÖRPERBEHINDERTE KIND“ E. V. (Hrsg.): Entwicklung und Förderung Körperbehinderter. 2. Aufl. Heidelberg 1993, S. 90 - 101.

 

KLIPPERT, H.: Methodentraining: Übungsbausteine für den Unterricht. 9. Aufl. Weinheim 1999.

 

 

MEYER, H.: Unterrichtsmethoden I: Theorieband. 6. Aufl. Frankfurt am Main 1994.

 

MEYER, H.: Unterrichtsmethoden II: Praxisband. Frankfurt am Main 1987.

 

MIESSLER, M./BAUER, I.: Wir lernen denken. 3. Aufl. Rheinbreitbach 1992

 

SCHIMPKE, U.: Förderschwerpunkt „Selbständiges Handeln“ - Analyse und Konkretisierung im Unterricht. In: Zeitschrift für Heilpädagogik 5/1994, S. 318 - 326.

 

SCHRÄDER-NAEF, R.: Schüler lernen Lernen. 6. Aufl. Weinheim; Basel 1996.

 

SCHULTE-PESCHEL, D./TÖDTER, R.: Einladung zum Lernen. Geistig behinderte Schüler entwickeln Handlungsfähigkeit in einem offenen Unterrichtskonzept. Dortmund 1996.

 

TILLMANN, B.: Förderung der selbständigen Aufgabenbewältigung - Ein leistungsdifferenzierter Stationslauf zum Thema „Märchen“ in einem 5. Schuljahr einer Schule für Körperbehinderte. In: Zeitschrift für Heilpädagogik 6/1999, S. 310 - 317.

 

Zum individuellen Förderschwerpunkt „Förderung der sensomotorischen Kompetenz“:

 

HENNIGE, U./RÜSTER, K./SIEVERS, R./WOLF, E.: Die Erfassung der Förderung der sensomotorischen Kompetenz geistig Schwerstbehinderter. (Unveröffentliches Script 1988)

 

PIAGET, J.: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Stuttgart 1975.

 

Zum Inhalt „LEGO“:

 

GROSSMANN, K.: Mach mehr aus LEGO. Freiburg; Basel; Wien 1973.

 

LEGO World Club Magazin. Zu bestellen bei: LEGO World Club. Postfach 3333. 33310 Gütersloh. (6 mal jährlich)

 

LEGO Basic Projektideen. Zu bestellen bei: DUSYMA Kindergartenbedarf GmbH. Habersbronnerstr. 40. 73614 Schorndorf.


 

 

 

Bei der vorgelegten schriftlichen Planung handelt es sich in allen Teilen um meine eigene selbstständige Leistung.

 

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Anhang:

Anhang 1: Regeln für das Arbeiten mit dem „LEGO-Bauplan“

Anhang 2: Exemplarischer Bauplan der LEGO-Figur „Papagei“