Schriftliche
Unterrichtsplanung
Lehramtsanwärter:
Schule:
Klasse: 8 B ( 4 Mädchen, 5 Jungen )
Ausbildungslehrerin:
Fach: Sachunterricht / Physik
Fachleiterinnen:
Datum: 22. September 1999
Uhrzeit: 9.30 – 10.20 Uhr
Zielschwerpunkt: Die Schüler sollen sich die
Kausalzusammenhänge der sie umgebenden Umwelt erschließen, d. h. die Schüler
sollen Einsicht in das Allgemeine erlangen und das Naturgesetz an technischen
Dingen und Sachverhalten kennenlernen.
Thema der Unterrichtsreihe: Wir „entdecken“ den
elektrischen Strom
Thema des Vorhabens
innerhalb der Reihe: Wir bauen eine Licht-/Klingelanlage für den Wickelraum / die Toilette
Ziel der Reihe: Die Schüler sollen
-
im handelnden Umgang am Beispiel eines einfachen Stromkreises Einblicke in
physikalische Gesetzmäßigkeiten erlangen, Bedingungszusammenhänge konstruieren
und diese ansatzweise für sich nutzbar machen.(W., F., A., N., W., K.)
- im handelnden Umgang die Wirkungsweise von
Strom im Alltag bewußter wahrnehmen und diese ihren Möglichkeiten entsprechend
für sich nutzbar machen. (B., C., A.)
Thema der Unterrichtsstunde:
Geht’s auch
ohne Kabel?? - Leiter und Nichtleiter
Ziel der Unterrichtsstunde: Die Schüler sollen
-
verschiedene Materialien auf ihre Leitfähigkeit hin prüfen
-
erkennen, daß nur bestimmte Stoffe leiten (W., F., A., N., W., K.)
-
aus mehreren Schaltern den individuell geeigneten Schalter durch Ausprobieren
herausfinden, evt. Schwierigkeiten mit anderen Schaltern erkennen und
verbalisieren können (B., C., A.)
Überblick über die
Unterrichtsreihe Wir „entdecken“ den
elektrischen Strom
1. Wozu brauchen wir Strom
Die
Schüler sollen
-
Beispiele aus der alltäglichen Begegnung mit Strom nennen und sich bewußt
werden, daß Strom im alltäglichen Leben in vielfältiger Weise auftritt,
-
erfahren, daß Strom Licht, Wärme und Bewegung erzeugt
2. Wann leuchtet eine
Glühbirne?
Die
Schüler sollen
-
eine Glühbirne mit Hilfe der Flachbatterie zum Leuchten bringen,
-
erkennen, daß die Lampe nur leuchtet, wenn eine Zunge der Batterie das Gewinde
und eine Zunge den Fuß berührt
Individualziel:
Wasilios,
Fatima, Artur, Neslihan sollen:
-
die einzelnen Teile der Glühbirne bezeichnen,
-
den Weg des Stroms in einem geschlossenen Stromkreislauf mit schnittbildlich
dargestellter Glühlampe zeigen und beschreiben
3. Was ist ein Stromkreis?
Die
Schüler sollen
-
den Begriff Stromkreis kennenlernen und nachvollziehen können
4. Unsere Glühbirne erhält
eine Fassung
Die
Schüler sollen
-
die Glühlampe mit Hilfe von zwei Leitungsdrähten, (zwei Polklemmen) und einer
Fassung an eine Batterie anschließen,
-
erkennen, daß eine Glühlampe auch leuchtet, wenn zwei Drähte die Verbindungen
zwischen den Zungen und der Glühlampe herstellen
Individualziel: W., F., A., N., W. sollen:
-
den Stromkreis mit Lampenfassung und Klemmen zeigen und beschreiben
-
durch den Bau eines einfachen Stromkreises den Weg des es nachvollziehen können
5. Wir unterbrechen den
Stromkreis (mit einem Schalter)
Die
Schüler sollen
-
erkennen, daß der Stromkreis unterbrochen sein muß, wenn die Lampe nicht
leuchtet
-
offene und geschlossene Stromkreise unterscheiden
-
den Schalter als Unterbrecher kennenlernen
-
einen Schalter in die vorhandene Versuchsanordnung einbauen
6. Leiter und Nichtleiter
W., F., A., N., W., K., (C.) sollen
- verschiedene Materialien
auf ihre Leitfähigkeit hin prüfen
- erkennen, daß nur
bestimmte Stoffe leiten
B., A. sollen
- aus mehreren Schaltern den
individuell geeigneten Schalter durch Ausprobieren herausfinden, evt.
Schwierigkeiten mit anderen Schaltern erkennen und verbalisieren können
7. Einen Schalter bauen, das
können wir auch!
Die
Schüler sollen aus leitenden Materialien einen Schalter bauen
8. Achtung Hochspannung!!
Die
Schüler sollen
-
die Gefahren, die vom Strom ausgehen erkennen und sich sachgemäß vorsichtig
verhalten
-
für einen verantwortungsbewußten Umgang mit Strom sensibilisiert werden
-
leitende Stoffe an elektrischen Geräten kennenlernen
-
Nichtleiter als Isolationsmaterial ansatzweise kennenlernen
-
auf die Lebensgefahr im Umgang mit Strom eingehend hingewiesen werden
9. Wir schließen eine
Klingel an
Die
Schüler sollen
-
erkennen, daß an einen Stromkreis auch andere Verbraucher angeschlossen werden
können,
-
eine 4,5 Volt Klingel selbständig an die Batterie anschließen
10. Wir bauen
Parallelschaltungen
Die
Schüler sollen
-
erfahren, daß an eine Stromquelle mehrere Verbraucher angeschlossen werden
können,
-
an ihre einer Versuchsanordnung mehrere Verbraucher anschließen
Individualziele
für B., A. und teilweise für C.:
Die Schüler sollen
- handelnd erfahren, daß Strom im alltäglichen Leben
eine große Rolle spielt,
- verschiedene Gegenstände aus der eigenen
Lebenswirklichkeit, die Strom benötigen erkennen und benennen können,
- erleben, daß Strom für das eigene Leben und
Wohlbefinden wichtig ist,
- erfahren, daß Strom zur eigenen Selbständigkeit
beiträgt,
- verschiedene Bedienungsmöglichkeiten elektrischer
Geräte kennenlernen,
- aus mehreren
Schaltern den individuell geeigneten Schalter durch Ausprobieren
herausfinden,
evt. Schwierigkeiten mit anderen Schaltern erkennen und verbalisieren können,
- von Stromquellen ausgehende Gefahren kennen und
sich dementsprechend im Umgang mit Strom verhalten,
- erste Bedingungszusammenhänge zwischen Handlung
und Wirkung erfahren und nachvollziehen.
Es wurde darauf verzichtet, die Individualziele für
A., B. und teilweise für C. einzelnen Stunden zuzuordnen, da für diese Schüler
zeitweise die selben Ziele gelten und sie aufgrund des Therapieplanes nicht bei
allen Stunden in der Klasse sind.
Zielorientierte
Handlungsschritte:
Die Schüler W., N., A., K., W. und C. sollen
- das Alltagsproblem „Toilettensignal fehlt“
erkennen, einen Zusammenhang zwischen diesem und der Versuchsanordnung erkennen
und daraus das heute Stundenziel ableiten
- verschiedene Materialien erkennen und benennen,
bzw. zuordnen können
- verschiedene Materialien in ihre
Versuchsanordnungen einbauen und deren
Leitfähigkeit überprüfen
- offene und geschlossene Stromkreise unterscheiden
können
- dies möglichst selbständig in Kooperation mit
einem Partner durchführen
- die Ergebnisse der Experimente richtig
unterscheiden und einer Tabelle zuordnen
- ihr Ergebnis im Experiment überprüfen
Die Schüler A. und B. sollen
- die das Alltagsproblem „Toilettensignal fehlt“
erkennen und ihren Möglichkeiten entsprechend nachvollziehen
- verschiedene Schalter ausprobieren
- sich für einen individuell geeigneten Schalter
entscheiden und diese Entscheidung ansatzweise begründen
- ihr Ergebnis im Experiment überprüfen
Individuelle Lernvoraussetzungen:
allgemeine
Lernvoraussetzungen
fachliche Lernvoraussetzungen
++: selbständig, sicher ï +: gut, mit zeitweiliger Hilfe/nach Aufforderung ï o: ansatzweise, mit häufiger Hilfe/nach Aufforderung möglich ï - gering, bzw. Mit viel Hilfe möglich
|
|
W. |
F. |
N. |
A. |
K. |
W. |
C. |
A. |
B. |
|
RL-Bezug |
LB |
LB |
GB |
GB |
GB |
GB |
GB/Schw. |
GB/Schw. |
GB/Schw. |
|
Einstieg bisherige Ergebnisse transferieren |
++ |
|
+ |
+ |
+ |
o/+ |
- |
- |
- |
|
Alltagserfahrungen einbringen können |
+ |
|
o |
+ |
o |
+ |
- |
o |
o |
|
eigene Ideen einbringen |
+ |
|
o |
o |
o |
o |
- |
- |
- |
|
sich in die Gesamtgruppe einbringen |
++ |
|
o |
+ |
o |
+ |
- |
+ |
o |
|
Durchführung Arbeitsauftrag verstehen |
++ |
|
+ |
+ |
+ |
o |
o |
o |
o |
|
Versuchsbeschreibungen nachvollziehen und in die Tat umsetzen |
+ |
|
+ |
o |
o |
+ |
o |
|
|
|
feinmotorische Aktivitäten ausführen |
+ |
|
+/o |
o/- |
- |
+ |
+ |
- |
- |
|
selbständig arbeiten |
+ |
|
+/o |
+ |
+ |
+ |
o |
- |
- |
|
sich handelnd einbringen |
++ |
|
o |
++ |
- |
++ |
- |
o |
- |
|
mit wechselnden Partnern arbeiten |
+ |
|
+ |
+ |
+ |
+ |
o |
o |
o |
|
möglichst genau beobachten |
+ |
|
o |
+/o |
o |
o |
o |
o |
o |
|
Kategorien bilden (Leiter und Nichtleiter) und Dinge zuordnen |
+ |
|
+/o |
o |
+ |
+ |
|
|
|
|
Reflexion Beobachtungen verbalisieren |
+ |
|
+ |
+ |
+ |
+ |
o |
o |
o |
Verlaufsplanung:
|
Phasen |
Handlungsschritte |
Medien |
Sozialform |
Methodisch-didaktischer
Kommentar |
|
Einstieg 5-10 min. |
L und Sch. kommen im Wickelraum/Toilette zusammen Ein Sch. formuliert sein Problem „Toilettensignal fehlt!“ bekanntes Signal wird von Sch. auf neue Situation übertragen Sch. erkennen Problematik - Notwendigkeit einer Kabelverlängerung - Notwendigkeit eines Schalters L präsentiert Schnur und Kunststoffband als mögl. Verlängerung Sch. stellen Vermutungen an: - über Funktionstüchtigkeit und - Möglichkeit der Überprüfung L formuliert Arbeitsaufträge für die Gruppenarbeit; Sch. werden in 2 Gruppen aufgeteilt |
einfacher Stromkreis, Schnur, Kunststoffband |
gelenktes Unterrichtsgespräch im Wickelraum/Toilette |
-Anknüpfung an vorherige Stunden, -Motivation durch Lebensnähe und Alltagsbezug -Transfer des bekannten auf neue Situation |
|
Durchführung 20-25 min. |
Die Schüler gehen in ihren Gruppen in die Räume. Gruppe 1: Sch. -überprüfen in Partnerarbeit verschiedene Materialien auf ihre Leitfähigkeit hin, indem sie die Materialien in eine Lücke im Versuchsstromkreis einsetzen -tragen ihre Ergebnisse in eine Tabelle ein Die Schüler, die noch Zeit haben können sich weitere Materialien in der Klasse suchen, diese prüfen und in die Tabelle eintragen. Gruppe 2: Sch probieren mit Hilfe von FL verschiedene Schalter aus - versuchen Schalter zu finden, die sie selbständig bedienen können - entscheiden sich für einen individuell geeigneten Schalter falls diese Gruppe noch Zeit hat, testen die Schüler, falls möglich ihre ausgesuchten Schalter an elektrischem Spielzeug, bzw. an Küchengräten |
Versuchsanord-nungen, versch. Materialien: Holz, Kunststoffband, Nagel, Kordel/Band, Schraube, Gummi, Porzellan, Papier, Lineal, Kohle, Kupferdraht Arbeitsblatt rutschfeste Unterl. Schraubzwinge versch. Schalter, Batterien, mehrere Adapter, Lampen, 2x elektrisches Spielzeug, Küchengeräte |
Gruppenaktivitäten im Klassen- und Küche/Gruppenraum Gruppe1: Partnerarbeit: W., (C.) -W., K. -A., N. Gruppe2: A. und B. (evt. C.) |
-Gruppenaufteilung wird vorgegeben > Erweiterung der Kooperationsfähigkeit durch Wechsel der Partner -P1: arbeitet weitgehend selbständig, -P2: L gibt Hilfe falls erforderlich, -P3: L unterstützt vorwiegend diese Sch., aufgrund ihrer motor. und visuellen Beeinträchtigungen - Rolle des L im Sinne von Beratung und Beschränkung auf notwendige Hilfe; -Zulassen und Fördern der Selbständigkeit und der Kooperationsfähigkeit der Sch. - Differenzierung des Materialangebots -A., B. im Gruppenraum, werden von FL unterstützt -Abschätzen der eignen motor. Fähigkeiten im Hinblick auf Nutzung von Schaltern -Erkennen der Notwendigkeit von Schaltern >Zukunftsbedeutung: Erweiterung der Selbständigkeit |
|
Reflexion 10 min. |
Gruppe 1 trägt Ergebnisse vor, L trägt in eine Tabelle Leiter/Nichtleiter an der Tafel ein. ® Metall leitet, -Hinweis von L auf kommende Stunde: Nichtleiter |
Tafel mit Plakaten und Wortkarten |
Unterrichtsgespräch |
-Reflexion und Sicherung innerhalb der Kleingruppe optische Differenzierung der Ergebnisse durch 2 Farben und Reduzierung des Tafelblilds auf Leiter |
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Überprüfung 5min. |
Gruppe 2 kommt hinzu und präsentiert ihre Schalter - L präsentiert langen Metalldraht - L baut mit Sch. Schalter und Verlängerung in den Versuch ein A. und B. betätigen Schalter Falls hier noch Zeit bleibt, beginnen die Schüler mit dem Aufräumen des Klassenraumes |
Schalter, Stromkreis Metalldraht, Versuchsanordnung |
Unterrichtsgespräch Experiment |
Überprüfung beider Gruppenergebnisse im Experiment - gemeinsames Aufräumen, Ritual |
C.
-soll seinen Möglichkeiten entsprechend an einer eigenen Versuchsanordnung experimentieren, erhält hierbei Hilfestellung von W. oder experimentiert mit W. in Partnerarbeit,
- erhält ein reduziertes Angebot,
- kann aufgrund seines erhöhten Bewegungsdranges individuell die Gruppen wechseln,
- hilft L evt. bei Tabellen an der Tafel